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Da die Einträge auf dieser Seite fortwährend von mir persönlich aktualisiert werden, ist dieser Teil der Homepage als BLOG eingestellt. Somit sind also nicht die chronologisch aktuellsten, sondern die zuletzt eingestellten Beiträge zunächst oben auf der Seite zu sehen. Wenn Sie sich also über das zeitnahe Geschehen informieren möchten, scrollen Sie einfach ein wenig im Text herunter.

Endlich gefunden: Das Ende aller BoP-Diskussionen

  13.02.2017    Norbert

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Es ist eines der größten Dauer-Streitthemen des Motorsports. Und ab dieser Woche gibt es eine Lösung dafür. Über die Balance of Performance, kurz BoP, braucht sich ab sofort niemand mehr aufzuregen. Zumindest dann nicht, wenn er die neue Ausgabe der Zeitschrift PITWALK gelesen hat.

Denn nachdem ich in den vergangenen Monaten immer wieder mit dem leidigen BoP-Thema konfrontiert wurde, habe ich mich aus lauter Verdruss auf die Suche nach einer besseren Form der Gleichstellung und Einstufung der unterschiedlichen Fahrzeugkonzepte und -typen in den beiden großen GT-Rennwagenklassen gemacht.

Was bringt es schließlich, immer nur klagend über den Ist-Zustand zu berichten und die Unterstellungen oder Jammereien der betroffenen Teams unzerkaut widerzugeben?

Das lass’ mal die anderen Medien machen.

Der Anspruch von PITWALK besteht darin, sauber recherchierte Lösungen aufzuzeigen und Wege aus der Krise zu finden. Denn auch das ist ein elementarer Bestandteil des Qualitätsjournalismus’.

Wir haben das vor zirka einem Jahr ja bereits mit der Formel 1 vorgemacht – in einer Aufsehen erregenden Geschichte über eine neue Technik und eine neue Führungsstruktur, mit welcher die Königsklasse ihrem Namen wieder gerecht werden kann.

Jetzt, nach den Eklats von Le Mans und Spa-Francorchamps 2016, präsentieren wir die Lösung für alle BoP-Probleme. Ein neues System der Gleichstellung und Einpassung, das umzusetzen ganz einfach wäre.

Die Recherche dazu hat einige Zeit in Anspruch genommen. Sie erstreckte sich genau genommen von der WEC Austin 2016 bis hin zu den 24 Stunden von Daytona 2017. Denn gerade für die richtige Einschätzung der BoP-Problematik ist es wichtig, sich als Journalist das große Ganze vor Augen zu halten.

Sonst kommt so was dabei raus wie bei so vielen Internetseiten zuletzt in Daytona, die dem neuen Cadillac-DPi eine zu gute BoP-Einstufung vorwerfen – und dabei völlig außer Acht lassen, dass der Caddy im Gegensatz zu allen anderen Autos einen Entwicklungsvorsprung von beinahe einem halben Jahr aufweist.

Auch in der GTE mit dem Ford – an den PITWALK-Leser in der neuen Ausgabe näher rankommen als es je zuvor ein Medium leisten konnte – und in der GT3 mit dem AMG muss man alle Facetten des Bildes betrachten. Und ins Kalkül ziehen: Was soll die BoP leisten – und was kann, was darf sie auf keinen Fall tun?

Das ist eine grundsätzliche Philosophiefrage, die in weiten Teilen der deutschen Rennsportgemeinde schon im Ansatz falsch geführt wird. Deswegen wird hierzulande auch noch kontroverser über die BoP debattiert als andernorts.

Voraussetzung dafür, solch’ eine aufwändige und durchaus auch kontroverse Geschichte fundiert veröffentlichen zu können, ist natürlich eine gründliche Recherche – mit Ansprechpartnern, die wissen, dass ihre Informationen bei PITWALK gut aufgehoben sind. Ingenieure sind dabei ebenso gefragt wie Fahrer oder Funktionäre. So eine Story ist nur zu leisten, wenn man tief in der Materie steckt und vor allem bestens mit kompetenten Gesprächspartnern im Fahrerlager und in den Boxen vernetzt ist. Das trifft auf PITWALK ja zum Glück schon seit der ersten Ausgabe zu, deswegen waren wir ja auch immer wieder imstande, Geschichten zu bringen, die für den deutschen Motorsportjournalismus ungewöhnlich sind. So auch jetzt die Lösung aller BoP-Probleme.

Denn mit dem neuen Konzept, das PITWALK in den vergangenen Monaten recherchiert hat und nun erstmals präsentiert, können alle Debatten, wie sie etwa beim 24 Stunden-Rennen auf dem Nürburgring wochenlang toben, künftig einfach entfallen. Und man kann sich wieder voll auf den eigentlichen Sinn und Reiz des Motorsports konzentrieren. Es steht in allen Einzelheiten in der neuen Ausgabe von PITWALK, die diese Woche auf den Markt kommt.

Jetzt bleibt die einzig spannende Frage: Wer von der BoP-Legislative hat den Mut, diese neuen Gesetze zu ratifizieren?


Das neue Heft kommt an

  06.02.2017    

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Selbst bei den 24 Stunden von Daytona kam das Gespräch auf die Rallye Dakar. Denn Marc Basseng, der in Florida einen Lamborghini im Team von Franz Konrad fuhr, hatte sich den Marathon gründlich angeschaut. Und wunderte sich hinterher über einen Bericht in einer Motorsportzeitung über die Motorräder.
Basseng ist eines der Opfer des Audi-Kahlschlags im Motorsports infolge des Dieselskandals. Denn die Bayern haben die Hälfte ihres Fahrerpools aus dem GT3-Lager entlassen, um Kosten zu sparen. Darunter auch Basseng – den ich schon kenne, bevor er bei Porsche zum Werksjunior wurde.

Der gebürtige Kölner fährt nun mehr Enduro statt Langstreckenrennen, und deswegen hat er auch sein Interesse an den Bikes bei der Dakar-Rallye entdeckt. Doch die Nachberichterstattung über die Konsequenzen für KTM hat er nicht verstanden.

Da konnte ich ihm guten Gewissens die nächste Ausgabe von PITWALK empfehlen. Denn da haben wir in einer großen Analyse noch einmal genau aufgezeigt, was KTM tun muss – und wird – um in der Motorradwertung nicht von der Pole zu kippen. In dieser Story haben wir auch all’ jene Details richtig sortiert, die anderswo offenbar durcheinander geraten sind. Basseng jedenfalls zeigte sich sehr interessiert.

Wie auch erfreulich viele andere Leser. Denn seit wir am Freitag offiziell mit dem Vorverkauf der neuen Ausgabe begonnen haben, trudeln viele Bestellungen ein, mehr als sonst. Und viele davon aus dem Kreise der Eurosport-Zuschauer bei der Rallye Dakar. Das kann ich an meinem Schreibtisch ja sehr genau nachvollziehen.
Unser Themenmix und unsere Herangehensweise kommt also offenbar an: Qualitätsjournalismus gepaart mit einer modernen und hochwertigen Optik – und gespickt mit Inhalten, die man anderswo nicht findet, oder bestenfalls oberflächlich gestreift.

Deswegen lohnt sich offensichtlich auch unser neuer Weg, dem Marathon-Rallyesport mehr Raum zu geben. Im neuen Heft, das heute gedruckt wird, haben wir gleich zwei Rally Raid-Geschichten drin. Beide sind Nachlesen der allmächtigen Dakar, natürlich. Aber keine Rallyeberichte im klassischen Sinn, sondern Hintergrundthemen. Grad so, wie sie anderswo fehlen. Denn der Marathonsport ist ja so ein bisschen das Stiefkind der deutschen Motorsport-Berichterstattung, das wollen wir jetzt gemeinsam mit Ihnen ändern.
Selbstredend bleiben wir auch unseren alten Stärken treu: allen voran der Deutungshoheit über den Sportwagen-Langstreckensport. Dass ich in Daytona war, zeigt ja schon, wohin die Reise in diesem Heft hingeht: Wir haben den GT-Sport zum Titelthema erhoben, denn der steckt mächtig in Turbulenzen. Zwar boomt die GT3. Aber sie tut das mit gewaltigen Nebenwirkungen. Die Kostenexplosion analysieren wir ebenso kritisch wie alle Neuerungen, welche die einzelnen Serienbetreiter – EM, Nordschleife etc. – sich für 2017 haben einfallen lassen.

Und vor allem schauen wir auf die Technik in der GTE-Klasse: Platzhirsch Ford und der neue Porsche.

All’ das in einem hochspannenden Umfeld etwa mit einer Analyse der neuen Formel 1-Technikregeln, die schon wieder in eine verkehrte Richtung marschieren.

Oben sehen Sie das Inhaltsverzeichnis der neuen Ausgabe. Wenn Sie noch nicht bestellt haben – nix wie ran!


Das erste Saison-Highlight 2017 steht vor der Tür

  03.02.2017    Norbert

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Hallo lieber PITWALK-Freund,

der Winter des Wartens hat ein Ende. Bald kommt die nächste Ausgabe von Deutschlands edelster und bester Motorsport-Zeitschrift auf den Markt. Erneut warten 180 Seiten exklusiver Themen auf Sie.

Wir schauen noch ein Mal ausführlich auf die Rallye Dakar zurück: War sie so hart, dass die Abenteurer unter den Motorsportlern wieder Spaß an ihr hatten? Was muss sich für die Zukunft ändern? Und welche Hintergründe und Zusammenhänge müssen Sie aus der Motorradwertung kennen, um das Geschehene richtig einordnen zu können?

Autor Carlton Kirby hat sich zudem Carlos Sainz als Protagonisten für seine Serie „Good Old Boys“ vorgenommen.

Dazu analysieren wir die neuen Formel 1-Technikregeln: Warum wurden sie nötig? Warum mussten sie so umgesetzt werden, wie das jetzt geschah? Welche Konsequenzen hat das auf die technischen Entwicklungsgebiete, auf die Action auf der Strecke und auf das Kräfteverhältnis. Kurz gesagt: Was taugt das Ganze?

Dazu betrachten wir die historische Entwicklung des Dauer-Ärgernisses Stallregie aus der Warte unseres Formel 1-Fachmanns der Jahrzehnte, Achim Schlang.

Im Zentrum unseres Heftes steht dieses Mal der GT-Sport, und zwar beide Klassen: GTE und GT3. Wir waren bei den 24 Stunden von Daytona vor Ort mit dabei und können aus erster Hand beleuchten, wie sich dank des neuen Porsche 911 RSR das Kräfteverhältnis in der GTE-Klasse vor dem WM-Auftakt darstellt.

Daytona- und Le Mans-Sieger Dirk Müller erklärt zudem in einer großen Technikgeschichte die wichtigsten einzelnen Bauteile und Elemente seines Ford GT auf bislang noch nie da gewesene Art und Weise.

Die GT3-Klasse bedenken wir mit einem großen Essay über die Neuerungen des Winters, die Gründe für den lang anhaltenden Aufschwung – aber auch die Risiken, die der in sich birgt. Dabei geht es sowohl um Kosten als auch um die Konkurrenzfähigkeit für die Saison 2017 – in einer kombinierten Analyse fürs 24 Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und für die internationalen Sprint- und Langstreckenserien. So umfassend und vielschichtig wie in dieser PITWALK ist die GT3-Klasse noch nie beleuchtet worden.

In Maro Engel hat die GT3 seit etwa einem Jahr einen neuen Star. Wir stellen ihn den Münchener AMG-Fahrer in einer Personality Story vor.

Und vor allem zeigen wir als weltweit erstes Magazin genau auf, wie man dieses Jahr den Weg aus der BoP-Falle und den Dauer-Debatten über die Gleichstellung der einzelnen Fahrzeuggattungen in den GT-Klassen schaffen kann. Es bleibt spannend: Hat jemand den Mut, den radikalen neuen Ansatz von PITWALK für die BoP-Arbeit umzusetzen? Nur wer’s Heft liest, kann beim Reizthema Nummer 1 des Sportwagen-Sports wirklich mitreden.

Wie üblich, haben wir auch erlesene Themen aus der Langstrecken-WM der Sportwagen: Mit welcher Technik und Philosophie will Toyota dieses Jahr gegen Weltmeister Porsche bestehen? Wir waren bei TMG in Köln, um Ihnen alle Insider-Informationen zu holen. Und wie schlagen sich die Siege und WM-Titel von Porsche auf die Verkaufszahlen nieder? Das haben wir den Porsche-Vertriebsvorstand Detlev von Platen in einem kritischen Kreuzverhör gefragt.

Auch der neue Audi-Sportchef Dieter Gass hat sich den unbequemen Fragen von PITWALK-Chefredakteur Norbert Ockenga gestellt – und er erklärt, warum die Formel E und das DTM die Zukunft von Audi Sport sind und wie es mit den vielen Ingenieuren und der ganzen Infrastruktur bei Audi weitergeht, die nach dem abrupten Sportwagen-WM-Ausstieg samt und sonders nicht mehr gebraucht werden.

Schließlich haben wir noch zwei ganz besondere Haudegen des deutschen Motorsports auf eine Abenteuer-Rallye mit historischen Ford Escort nach Neuseeland begleitet: die beiden Charakterdarsteller Peter Scharmach und Nikolaus Arkenau erlebten am anderen der Welt stürmische Geschichten, und wir teilen Sie mit Ihnen.

Die neue Ausgabe von PITWALK erscheint am 24. Februar. Sie können Sie aber jetzt schon zum Preis von 9,80 Euro über die Website http://www.pitwalk.de, per Mail an shop@pitwalk.de oder mit einem Fax an die deutsche Nummer 04943/924309 vorbestellen, dann haben Sie sie vor dem Erstverkaufstag bequem bei sich im Briefkasten.

Also: Bis gleich!


Unser Abo-Sonderangebot zur Dakar

  16.01.2017    

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Nach den turbulenten zwei Wochen der Rallye Dakar ist es an der Zeit, ganz herzlich „Danke“ zu sagen.

Denn die Resonanz von Ihnen per Mail, Facebook oder Twitter war überwältigend. Und das macht einen natürlich froh und stolz, zeigt es doch, dass die eigene Arbeit – und die des ganzen Teams – wertgeschätzt wird.

So kann’s in diesem Jahr also mit Vollgas weitergehen. Die Dakar ist zwar vorbei, aber nun beginnt für PITWALK fast schon wieder die heiße Phase: Die erste Ausgabe von Ihrer Lieblingszeitschrift wird gerade produziert, sie kommt am 24. Februar auf den Markt.

Natürlich nimmt die Rallye Dakar darin noch einmal einen großen Rahmen ein.

Und weil Sie bei unserer spontanen Facebook- und Twitter-Umfrage mit überwältigender Mehrheit votiert haben, dass eine regelmäßige Marathonrallye-Berichterstattung für Sie ein Abo-Grund von PITWALK sei, haben wir auch schon die ersten Stellschrauben gedreht, um genau das übers Jahr hinweg 2017 hinzukriegen. Die ersten Themen sind schon gefunden, sie werden angeschoben, sobald die Aktiven den Sand von der Dakar aus den Gebisszwischenräumen und die Müdig- und Mattigkeit wieder aus den Knochen haben.

Wir hatten Ihnen ja auch versprochen, dass wir für Neu-Abonnenten, die wegen der Dakar zu uns gekommen sind, ein Sonderangebot für ein Abo auflegen. Das haben wir jetzt in die Wege geleitet.

Wenn Sie in den nächsten Tagen unter dem Stichwort „Dakar-Special-Abo“ ein neues Abo bestellen, erhalten Sie nicht nur die sechs Hefte des Jahrgangs 2017 sowie den edlen, schweren Kugelschreiber im Karbon-Look und PITWALK-Design als Startergeschenk – nein, wir packen noch Zweierlei obendrauf: Jeder Dakar-Special-Neuabonnent erhält kostenlos die allererste Ausgabe von PITWALK – ein gesuchtes Sammlerobjekt inzwischen – dazu und darf sich obendrein noch eine weitere Ausgabe aussuchen, die wir ebenfalls gratis beilegen.

Auf der Startseite von http://www.pitwalk.de finden Sie unser gesamtes Köchelverzeichnis mit Leseproben aller bisher erschienenen Ausgaben. Stöbern Sie durch und suchen Sie Ihr Lieblings-Heft mit Rallye-Dakar-Themen aus, die Sie besonders interessieren – und wir legen sie dem PITWALK-Dakar-Starterpaket bei.

All’ das zum Einstandspreis von 60,00 Euro in Deutschland bzw. 87,00 Euro im Ausland.

Also: Bestellen Sie schnell per Mail an shop@pitwalk.de oder mit einem Fax an die deutsche Nummer 04943/924309, unter Nennung der Betreffzeile „Dakar-Special-Abo“, dann versenden wir das ganze Starterpaket mit den beiden Gratis-Heften, dem Nobel-Kuli und der Ausgabe 35 mit dem Dakar-Rückblick, sobald wir Ausgabe 35 von der Druckerei bekommen haben.

Sind Sie dabei?


Daily Dakar, Episode 18: The Winners Take it All

  14.01.2017    Norbert

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Dieses Bild hat Laia Sanz gestern Abend auf Twitter rumgezeigt. Man sieht die Füße einer Hundertjährigen am Körper einer hübschen jungen Frau.

Keine Worte könnten besser beschreiben, was die Rallye Dakar bedeutet als diese eine Foto. Nicht mal jene von Romain Dumas, dem Sportwagen-Weltmeister und Dakar-Privatier, im Editorial der aktuellen Ausgabe unserer Zeitschrift PITWALK.

Denn auf dem Bild sieht man zweierlei: die brutalen Strapazen, die diese Rallye ihren Teilnehmern zumutet – und das Glücksgefühl, das sie gleichzeitig in ihnen auslöst.

Man muss schon aus einem ganz besonderen Holz geschnitzt sein, um diese Strapazen toll zu finden. Aber alle, die heute Abend in Buenos Aires über die Zielrampe fahren, tun genau das: Sie sind restlos begeistert von dem zweiwöchigen Marathon, den sie gerade abgespult haben.

Das Honda-Team hat sich heute per Pressemitteilung als moralischen Sieger der Motorradwertung gefeiert. Eine nüchterne Zahlen- und Zeitenanalyse unterstützt diese Interpretation der Rallye, keine Frage.

Aber für mich gibt es viel mehr und ganz andere moralische Sieger. Natürlich die vielen Privatfahrer, die einfach nur aus Spaß am Sport oder am Abenteuer die Qual auf sich genommen haben. Viele von ihnen freuen sich heute Abend einfach nur über die Zielankunft, egal ob auf Platz 79 oder 99. Für sie galt es, den eigenen Schweinehund zu überwinden und sich selbst zu beweisen, dass sie sich auch von der größten Herausforderung nicht klein kriegen lassen.

Wie oft habe ich das in den vergangenen Wochen gehört? „Ich will nur ins Ziel kommen. Egal auf welchem Platz.“ Für Motorsport-Puritaner ist das eine – zugegebenermaßen – wunderliche Einstellung. Aber die Dakar ist eben so viel mehr als nur der reine Kampf um Meter und Sekunden.

Man muss sich auf diese Rallye einlassen, um das zu verstehen. Aber wenn sogar jemand wie Tom Coronel, aus der Tourenwagen-WM als beinharter Fighter bekannt, genau dieser Marschroute folgt, dann muss da was dran sein. Stephan Schott ist ein anderer dieser Gattung, ich nenne ihn gern Edel-Privatier. Denn als ehemaliger Mitinhaber der Werkzeugfirma KS-Tools, der seine Anteile daran verkauft hat, ist er finanziell so gestellt, dass es bei ihm nicht durchs Dach tröpfelt. Und schon als Firmenboss hat er sich regelmäßig bei X-Raid eingemietet, um mit Top-Material, aber als Amateur eben dennoch ohne Siegchance durch die Dakar zu kommen.

Wenn man sich mit ihm dann über seine Erlebnisse unterhält, dann merkt man schon an seiner hüpfenden Stimme und seinem Strahlen, wie viel es ihm bedeutet, Jahr für Jahr dieses Abenteuer erleben zu dürfen.

Aber es gibt noch viel heimlichere und viel größere Helden. Angefangen mit Dumas und Matthias Behringer. Die beiden haben sich in den vergangenen Tagen als die größten Helfer in der Not anderer erwiesen. Dumas, als Profi-Rennfahrer eigentlich dem Egoismus geschuldet, hält bei Gestrandeten an, wo andere einfach weiterfahren. Und Behringer, eigentlich als schneller Ersthelfer-Lkw für das Southspeed-Team unterwegs, hat wohl mehr in die Bredouille geratene Teilnehmer freigeschleppt als jeder andere des Feldes. Der Schwabe mit seinem eigenen MAN Race Truck hat eigentlich einen Sonderorden verdient für das größte Herz und die meiste Selbstlosigkeit im Feld.

Sowieso, diese Lkw-Fahrer. Nicht nur diejenigen, welche auf den Wertungsprüfungen als Fast Assistance unterwegs sind, sondern vor allem die vielen Namenlosen, die den Tross begleiten. Jeden Tag gut 10 Stunden auf der Landstraße, Tag für Tag von einem Etappenziel zum nächsten. Oft sind die Lkw-Kutscher auch diejenigen, die im Biwak nach ihrer Ankunft schnell die Infrastruktur aufbauen müssen, in der dann die Mechaniker arbeiten, und die am Morgen den ganzen Kram wieder niederreißen und für die Fahrt ins nächste Biwak verstauen müssen.

Gestern Abend habe ich noch mit Andy Schulz, dem Beifahrer von Orlando Terranova aus der X-Raid-Mannschaft, über genau diese Jungs philosophiert. „Der Service kommt nicht mit“, fiel dem kernigen Bayern auf. „Die 80 km/h, die sie nur fahren dürfen, sind viel zu langsam. In Bolivien findest du kilometerweit kein einziges Auto, und die müssen da so dahinschleichen. Da ist das Tempolimit zu niedrig; da muss sich keiner wundern, wenn dann auch mal einer am Steuer einschläft. Denn jeder braucht pro Tag 10 bis 14 Stunden Fahrtzeit von einem Biwak zum nächsten.“

An solche Probleme denkt keiner, wenn er die Rallye rein sportlich verfolgt. Aber ohne das Heer der Unermüdlichen könnte das ganze Spektakel nicht funktionieren. Gerade in den Tagen nach dem Erdrutsch von Volkan, der die ganze Anfahrt zweier Tage durcheinandergewürfelt hat, muss man auch den Lkw-Fahrer und dem Begleittross größten Respekt zollen – und nachdenklich werden, was diese Leute für einen oft nur geringen Lohn auf sich nehmen. Vor allem aus Liebe zur Dakar.

Genau wie die Mechaniker, die ich in ihrer Arbeitsbelastung und ihrem Enthusiasmus auf eine Stufe stellen möchte mit den Schraubern aus der Formel 1. Natürlich hinkt der Vergleich, denn ein Grand Prix-Auto ist deutlich komplizierter und für die Mechaniker unzugänglicher als ein Marathonrallyewagen. Aber die Rundstreckenschrauber arbeiten in einem sauberen Umfeld, werden gut verpflegt und schlafen in Hotels, wenn auch stets zu zweit oder noch mehr in einem Zimmer.

Die Dakar-Mechaniker müssen in einem ungastlichen Umfeld arbeiten, länger, härter und meist auch viel improvisierter. Ich wüsste keine Form des Motorsports, in der es auch die Mechaniker so schwer haben. Und doch wird ihre Leistung von uns Beobachtern einfach so hingenommen, als sei es so selbstverständlich wie dass es jeden Morgen wieder hell wird.

Das ist es nicht, denn der Antrieb all’ dieser anonymen Dakar-Süchtigen ist nicht das Geld, nicht Ruhm und Ehr’ – sondern einzig und allein der Mythos Dakar und die Faszination Motorsport. Je weiter nach hinten man ins Biwak kommt, desto größer wird dieser Enthusiasmus. Da schrauben dann oft Kumpels und Familienmitglieder für lau, nur gegen Kost und Logis – des gemeinsamen einzigartigen Erlebnisses wegen.

Ich habe mich richtig gefreut, dass einer wie Andy Schulz auch mitten im tobenden Wettbewerb die Umsicht hat, darüber nachzudenken.

Die Hände der Mechaniker sehen jedenfalls noch geschundener aus als die Füße von Laia Sanz.

Und deswegen wird auch heute Abend so manches Versprechen platzen. In Buenos Aires, haben viele schon lange angekündigt, wenn wir im Ziel sind, dann lassen wir’s richtig krachen; dann dürfen wir ja endlich wieder.

Doch die meisten Partys werden heute Abend nach einer Handvoll Bier austrudeln. Weil alle viel zu schachmatt für mehr sind.