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Hektik kurz vor Redaktionsschluss

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Na, da ist es ja noch mal tüchtig hoch hergegangen am letzten Wochenende vor Redaktionsschluss. Denn auf den letzten Drücker haben wir die Inhalte der neuen Ausgabe von PITWALK noch mal umgestellt und das ganze Heft neu abgemischt. Weil wir Ihnen, liebe Leser und treue Freunde von Racer’s finest, auch dieses Mal wieder einen besonders einzigartigen Lesegenuss präsentieren möchten.

Zwei Themen sind am Wochenende noch neu zu den Inhalten dazu gekommen: eine Analyse aller Hintergründe zum Ausstieg von Porsche aus der LMP1-Klasse der Sportwagen-WM – und eine Personalitystory über die Comebackversuche von Robert Kubica im Rundstreckensport.

Hinter den Änderungen kurz vor Drucklegung stecken natürlich eigene Geschichten. Bei Kubica ist das Ganze ziemlich selbsterklärend. Der Pole fuhr in Budapest bei den letzten Tests vor der Formel 1-Sommerpause zum ersten Mal seit seinem schweren Rallyeunfall wieder einen Grand Prix-Boliden. Ich hatte mich bereits beim Vortest der Sportwagen-WM in Monza im Frühling ausgiebig mit Kubica unterhalten – über seine Verletzung, aber auch sein Seelenheil nach dem Rallyeunfall und in den vergangenen Jahren. Da Kubica und ich uns schon seit Jahren kennen, war das ein sehr offenes und emotionales Gespräch.

Im Zuge der Veröffentlichungen rund um den Budapester Formel 1-Test wurde rasch klar: Keine Geschichte ist so tiefschürfend und ehrlich wie jene, die wir in PITWALK nach dem Monza-Test vorbereitet hatten. Eigentlich hatten wir geplant, die ins September-Heft zu tun. Doch weil Kubica jetzt – und bis in die Sommerpause hinein – in aller Munde ist, haben wir spontan entschieden, sie vorzuziehen.

Es ist zwar bei dem Verletzungsstand von Kubicas rechtem Arm höchst unwahrscheinlich, dass der Krakauer jemals wieder ein Formel 1-Rennen fahren kann. Zumindest nicht erfolgreich. Aber in der Formel 1 fallen längst nicht alle Entscheidungen logisch und durchdacht, deswegen kann man nicht ausschließen, dass Kubica bei Renault doch Joylon Palmer ersetzt. Er selbst würde wohl – wider die Vernunft – nicht „Nein“ dazu sagen.

Falls das passiert, sind Sie nun dank der umgestellten neuen Ausgabe bestens gewappnet. Und auch anderenfalls lesen Sie bei uns die umfangreichste und ehrlichste Geschichte über Robert Kubica überhaupt.

Bei der Analyse der Porsche-Pläne für die Motorsportzukunft verhält es sich im Prinzip sehr ähnlich. Nur fällt da der Zusammenhang eine Spur größer aus. So war ich vor einigen Wochen auf dem Salzburgring, beim dortigen Rennen der TCR-International. Anlass war eigentlich eine Recherche über den maladen Zustand des Tourenwagensports, der PITWALK ja bereits im vergangenen Heft beschäftigt hat. In Salzburg und im Nachhall hatten wir ein Special dazu angelegt – woran krankt der Sport, warum kam es soweit, wie kommt er aus der Krise wieder raus?

Dass Mercedes das DTM verlässt, passte in den Kontext und hätte keiner neuen Story bedurft. Doch der Abgang von Porsche aus der LMP1-Klasse der Sportwagen-WM gibt dem schlechten Allgemeinzustand des Motorsports noch eine zusätzlichen Drall.

Nachdem Porsche die Rückzugserklärung öffentlich gemacht hat, sind alle Beteiligten auf Tauchstation gegangen. Da griff dann eine Gewissensfrage, die gerade in Zeiten immer stärkerer Medienkritik akut wurde: Muss man immer sofort berichten – oder sollte man sich als handwerklich gut ausgebildeter Journalist nicht die Zeit für eine ausgedehnte, gründliche Recherche nehmen, um eine fachlich astreise Story zu schreiben?

Qualitätsjournalismus ist seit jeher oberste Maxime bei PITWALK.

Doch weil der Ausstieg sich schon abgezeichnet hatte, konnte ich auch bei meinem Besuch beim deutschen Sportwagen-WM-Lauf auf dem Nürburgring schon sehr gezielt in diese Richtung recherchieren. Und in den Tagen danach auch noch ein paar Telefonate führen, die den Erkenntnisstand erhärteten und konkretisierten.

Gleichzeitig ist die Rückzugserklärung bislang nur in Fragmenten und Schlaglichtern beleuchtet worden. Und es gab erstaunlich viele Rückmeldungen unserer Leser per Mail, die uns darum gebeten haben, die ganze Wahrheit rund um den Porsche-Abgesang rauszuarbeiten und darzustellen.

Also haben wir uns nach ausgiebigen Besprechungen mit unserem Team entschieden, dass wir die Geschichte zum Ausstieg, dessen Ursachen und Folgen auch schon in diesem Heft bringen. Auch wenn die Sportwagen-WM sich kollektiv im Sommerurlaub befindet. Oder vielleicht gerade deswegen.

Die Entscheidung ist vielschichtig. Sie hat motorsportliche, aber auch wirtschaftspolitische und konzerninterne Gründe. Das ganze Bild sieht nur, wer sich mit einen bisschen Distanz davor aufbaut und ganz genau hinguckt. Das haben wir mit der nachgelieferten Geschichte getan, sodass Sie jetzt nur bei uns erfahren, was tatsächlich alles in die Entscheidungsfindung mit hineingespielt hat.

Dass dafür das Wochenende zu einer actionreichen Zeit für unsere Grafik und Schlussredaktion wurde, war leider unausweichlich. Aber zum Glück hat das Team im Hintergrund so perfekt, langmutig und bienenfleißig mitgespielt, dass wir das Heft rechtzeitig fertiggekriegt haben und die Daten am Sonntag zur Druckerei rüberdüdeln konnten.

So haben wir in einem gemeinsamen Kraftakt das Heft um zwei einzigartige Geschichten bereichert. Und ganz nebenbei einen großen Themenkomplex geschaffen, in dem wir rausarbeiten, wie der Motorsport als Ganzes künftig besser und krisenfester werden kann.

Da ist es fast schon ein bisschen zum Lächeln, dass die Nachlieferung der Porsche LMP1-Story auch in die Salzburger Ausgangsgeschichte hinein spielt. Auf der Rückreise aus Österreich habe ich am Flughafen zum ersten Mal in „Der Spiegel“ die Geschichte über die umstrittenen Cayenne-Diesel gelesen, die inzwischen vom Markt genommen werden sollen – und so ein gewichtiges Element in der Analyse der Porsche LMP1-Entwicklung darstellen.

Wir sind sicher: Die tolle Arbeit, die unsere ganze Arbeit am Wochenende in die Verbesserung des Heftes gesteckt hat, lohnt sich für Sie, liebe Leser.

Wenn Sie Ihr Heft bislang noch nicht bestellt haben, so haben Sie ab sofort zwei weitere gute Gründe, das zu tun – mit einer Mail an shop@pitwalk.de, per Fax an die deutsche Nummer 04943/924309 oder über die Bestellfunktion gleich auf dieser Internetseite. Dann kriegen Sie Ihr persönliches Exemplar auch vorab nach Hause geliefert – und wissen schon bald mehr als andere Motorsportfans.

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